Startseite Kontakt Impressum

Ihr Reiseführer für Italien

Olympia- Wiege der (un)heiligen olympischen Spiele


Das antike Olympia liegt ausserhalb des Dorfes, besonders im Sommer empfiehlt es sich, Getränke mitzunehmen. Gleich am Eingang befindet sich die Palaestra, die Ringerschule, deren Hof von 19 dorischen Säulen umgeben war.

 

Südlich der Palästra lag das Theokoleon, wo die Priester residierten. Unter den Resten einer byzantinischen Kirche befand sich die Künstlerwerkstatt des Pheidias, der die Zeusstatue im Tempel von Olympia schuf.

 

Das Bouleurion war sozusagen das Rathaus, wo der olympische Rat tagte. Der Mittelpunkt Olympias war das Zeusheiligtum, eines der 7 Weltwunder der Antike. Zentrum war eine 12 m hohe Zeusstatue aus Gold und Elfenbein, die kein Geringerer als der erwähnte Pheidias schuf.

 

 

 

Die Giebel des Zeustempels befinden sich heute im Museum von Olympia. Von deutschen Wissenschaftlern wurde das Stadion aus dem 4. Jahrhundert ausgegraben. Auf einer Terrasse am Fuss des Kronoshügels lagen die Schatzhäuser, wo heilige Geräte und vermutlich auch die Waffen und Sportgeräte der Akteure aufbewahrt wurden.

 

Der älteste und besterhaltene Tempel Olympias, das Heraion war der Hera geweiht. Jenseits der quer verlaufenden Strasse führt ein Weg zum Archäologischen Museum. Ein Highlight ist dort die Hermesstatue des Praxiteles. Das Internationale Olympische Komitee hat im Dorf Olympia ein Museum über die Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit eingerichtet. Parallelen zu Unsitten der antike zu ziehen, bleibt dem Besucher selbst überlassen.

Die Olympischen Spiele waren die bedeutendsten panhellenischen Sportwettkämpfe der Antike. Die Anfänge reichen bis in die dunkle Vorzeit zurück. Urheber der Spiele waren nach Meinung der Griechen halb legendäre Persönlichkeiten, zum Beispiel Pelops, ein Enkel des Zeus.

 

Der warb um die Tochter des Oinamos und musste dazu im Wagenrennen gegen seinen Schwiegervater antreten. Der hatte schon 13 Freier besiegt und sie mit der Lanze durchbohrt. Pelops gewann aber trotzdem, indem er kurzerhand den königlichen Wagenlenker bestach und die Wagennägel durch Wachsstifte ersetzte. Die Griechen rechneten nach Olympiaden, und die erste wurde auf das Jahr 776 v. Chr. festgelegt.

 

Die Olympischen Spiele waren dem höchsten Gott Zeus geweiht, und während der Spiele mussten kriegerische Aktivitäten der einzelnen Poleis untereinander ruhen. Wie wir schon aus der Geschichte des Pelops erfahren haben, waren die Spiele durchaus keine so hehre Angelegenheit, wie es sich die Neuzeit vorstellt, die die Olympischen Spiele wiederbelebte.

 

Olympiaboykotte, Doping- und Schiebungsaffären waren durchaus kein Kennzeichen der Moderne, und am allerwenigsten war der "olympische Gedanke" typisch für die Antike. Der Dichter Pindar beschrieb, wie sich die erfolglosen Olympioniken in ihrer Heimatstadt versteckten und nicht auf die Strasse gingen. Im Jahre 420 v. Chr. gab es einen Olympiaboykott, und die Spartaner wurden gesperrt, weil sie die Waffenruhe gebrochen hatten.

 

 

 

Der Spartaner Lichas nahm aber trotzdem am renommierten Wagenrennen teil, indem er behauptete, sein Gespann gehöre der Stadt Theben. Leider verriet er sich, als er dem Sieger überschwänglich gratulierte, und die Schiedsrichter ließen ihn dafür auspeitschen und aus der Stadt jagen, was die Furcht aufkommen ließ, dass sich die Spartaner mit einer Militärexpedition rächen könnten. 338 v. Chr. bestach der Faustkämpfer Eupolos aus Thessalien den Schiedsrichter.

Besonders krass trieb es Nero, der 67 n. Chr. nach Griechenland kam und die Spiele ein Jahr vorverlegte. Beim Wagenrennen stürzte er aus seinem Gespann, wurde aber dennoch zum Sieger erklärt, denn alle Wagen am Start gehörten ihm. Im Jahre 393 verbot Theodosius die Spiele, die Goten zerstörten die Anlagen, und erst 1875 begann man damit, Olympia auszugraben.

© Italien Reiseführer -  | Disclaimer