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Die Stadt Epidauros und sein Theater | Griechenland


Die Stadt Epidauros befindet sich auf der griechischen Halbinsel Argolis auf der Peloponnes in der Region Argolis. Hier befindet sich eine bedeutende antike Kultstätte zu Ehren des Heilgottes Asklepios und ein imposantes Theater mit ca. 14.000 Sitzplätzen, das aus dem 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr. stammt.

 


Das Grabungsgelände ist öffentlich zugänglich, auch ein kleines Museum gibt historisch interessierten Reisenden einen Eindruck in die Geschichte Griechenlands. Immer noch finden Ausgrabungsarbeiten und Erhaltungsmaßnahmen an verschiedenen Gebäudeteilen statt.


In der Stadt Epidauros stand zunächst eine Tempelstätte für Apollon, doch im 5. Jahrhundert taucht als Sohn der Sterblichen Koronis Halbgott Asklepios an der Seite seines Göttervaters auf.
Der Sage nach wurde Asklepios von seiner Mutter in Epidauros ausgesetzt und von einer Ziegenherde aufgezogen.

 

 


Die Verehrung für Apollon wurde in einem eigenen Tempel fortgesetzt, doch die Kranken und Pilger kamen nun zunehmend nach Epidauros, um Heilung von Asklepios zu erbitten, der nach der griechischen Mythologie an diesem Ort zur Welt gekommen war.

 

Für die kultische Reinigung standen den Gläubigen zahlreiche Brunnen und ein Brunnenhaus zur Verfügung, nach der Reinigung wurden die Opfergaben überbracht. Durch das Schlafen im Abaton erhofften die Gläubigen, im Traum von Asklepios zu erfahren, welche Heilmethode für sie geeignet sei.

 

Für die Dauer ihrer Behandlung bezogen die Patienten ein Zimmer im Gästehaus. Als Teil der Therapie konnte auch ein Theaterbesuch gelten, oder der Besuch der Bibliothek.


Ausschlaggebend für den Asklepios-Kult, der den Epidaurern viel Reichtum einbrachte durch das bedeutende Heiligtum war unter anderem die Pestepidemie von Athen. Rückschlüsse über den Reichtum der Stadt Epidauros lassen sich aus der regen Bautätigkeit zu dieser Zeit ableiten.


Im Peloponnesischen Krieg und darauf stand Epidauros auf Spartas Seite. Auch am Lamischen Krieg war die Stadt beteiligt.
Nach mehreren Seeräuberplünderungen im 1. Jahrhundert v. Chr. kam es zur Plünderung der heiligen Stätte durch die Römer um 85 v. Chr.

 

Hier fielen zahlreiche Kultgegenstände als Soldatensold in römische Hände.
Die Bedeutung des Heiligtums ließ auch jetzt nicht nach, denn im 2. Jahrhundert n. Chr. setzte in Epidauros ein erneuter Bauboom ein, bis gegen Ende des 4. Jahrhunderts die Goten abermals für verheerende Zerstörungen sorgten, von denen auch das Theater von Epidaurus stark betroffen war.

 

Abermals wurde alles wieder aufgebaut, doch mit der Glaubensherrschaft des Christentums verloren die alten Kultstätten mehr und mehr ihre ursprüngliche Bedeutung, so wurde die Anlage 426 n. Chr. offiziell als Tempelstätte geschlossen.


Zu den wichtigsten Bauwerken Epidauros zählen das Theater, als ältestes Gebäude das rechteckige Abaton, das Gästehaus, von dem nur noch die Grundmauern übrig sind, der verhältnismäßig kleine Tempel des Asklepios, die Propyläen als Eingangsbereich, das Stadion mit den antiken Sitzreihen und das Tholos-Gebäude im Rundbau-Stil mit dem daneben befindlichen Brunnenhaus.

 

 


Das in den Hang gebaute Theater mit seiner halbkreisförmigen Zuschauertribüne ist das auffälligste Bauwerk. Der Spielort des Chores wurde nach hinten von einem gewaltigen Bühnenhaus abgeschlossen, von dem heute nur noch die Fundamente übrig sind.

 

Das Bühnenhaus diente als Umkleideraum und zur Requisitenlagerung. Die Bühnenwand zierten Bilder, manchmal war sie auch mit Tafeln als Theaterkulisse behangen.


Die Akustik des Theaters ist einzigartig, selbst in den hintersten Rängen verpasst man nichts. Seit 1952 führt man hier in den Sommermonaten wieder klassische Dramen auf. Dann ziehen wie einst zahlreiche Zuschauer in die Stadt Epidauros.

 

 

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